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Evangelische Kirchengemeinde Wendlingen am Neckar

Wort der Woche

Wort der Woche

17.10.2026, 20:05 Uhr

Wort der Woche

„Aufhören können, das ist nicht eine Schwäche, das ist eine Stärke.“

Ingeborg Bachmann

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Liebe Gemeindeglieder in Wendlingen am Neckar,

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Aufhören bedeutet: etwas sein lassen. Häufig klingt das in unseren Ohren negativ. „Lass das…!“ - sagen wir zu Kindern, wenn wir sie zur Ordnung rufen möchten oder zu einem nahestehenden Menschen, wenn er oder sie etwas tut, was uns nicht gefällt.

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Mir geht es heute um die positive Seite des Seinlassens. Etwas sein lassen bedeutet auch, etwas ruhen zu lassen oder auch etwas so zu nehmen, wie es ist, ohne immer weiter daran herumzumachen.

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Etwas sein lassen kann ich, wenn ich zufrieden bin, wie es jetzt ist. Wie es geworden ist.

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Oder wenn ich feststelle, dass meine Zeit mit oder für eine Sache oder eine Aufgabe jetzt zu Ende ist und andere dran sind. Etwas sein lassen.

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Und auch das Aufhören ist mehr als etwas beenden.

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Auf-hören bedeutet auch, auf etwas hören, sich möglicherweise unterbrechen lassen.

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König Salomo beginnt seine Regierungstätigkeit mit einer Bitte: „Gib mir ein hörendes Herz!“ - sagt er zu Gott. (1. Könige 3,6).

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Er sagt damit: Ich will ein Hörender, ein Auf-Hörender sein.

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Ich glaube, in unserer Zeit tut das Hören not. Nicht immer nur mehr oder weniger aggressiv hinausposaunen, was meine Meinung zu einem Thema ist und damit den anderen überzeugen oder gar für dumm verkaufen wollen.

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Vielmehr hören, auch auf das hören, was mein Gegenüber zu sagen hat. Und damit in Resonanz gehen, wie es der Soziologe Hartmut Rosa formuliert, und im besten Sinn Dinge dann auch neu und anders sehen.

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Auch das bedeutet Auf-hören. In der großen (politischen) Welt und meinem eigenen kleinen großen Leben.

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Ich wünsche mir und Ihnen in der kommenden Woche Begegnungen, die Resonanz auslösen und manche neue Sicht verleihen, ja, ein Auf-hören, das auch neue Anfänge ermöglicht. Möglicherweise bietet ja auch der Gottesdienst zum Männersonntag am 18.10. in der Eusebiuskirche solche Resonanzräume.

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Dazu in jedem Fall herzliche Einladung.

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Ihr Pfarrer Peter Brändle

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