

Evangelische Kirchengemeinde Wendlingen am Neckar

Wort der Woche
Wort der Woche
Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten und du sollst ihn lieben wie dich selbst. 3. Mose 19,3
Liebe Gemeindeglieder in Wendlingen am Neckar,
alle lieben Deniz Undav. Weil er zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses für diesen Beitrag bei der WM schon 3 Tore für Deutschland geschossen und insgesamt 5 Torbeteiligungen zu verzeichnen hat. Weil er reinkommt und trifft. Weil er Humor hat und ein gutes Selbstbewusstsein. Weil er eine Stimmungskanone ist und natürlich auch, weil er für den VfB spielt. Deniz Undav ist in Varel in Niedersachen aufgewachsen. Er hat kurdisch-jesidische Wurzeln. Seine Vorfahren stammen aus dem Südosten der Türkei und aus Syrien.
Als Fußballfan freue ich mich über die tadellose Performance von Deniz Undav. Und als Bürger dieses Landes freue ich mich auch darüber, dass mit Nadiem Amiri, Nathaniel Brown, Antonio Rüdiger, Jonathan Tah, Jamal Musiala, Jamie Leweling, Assan Ouedraogo, Alexander Pavlovic, Malick Thiaw und auch Leroy Sane Fußballer für Deutschland auflaufen, deren Eltern Wurzeln in aller Herren Ländern haben.
Damit spiegelt sich nämlich in unserer Nationalmannschaft die Realität unserer Gesellschaft wider.
Globalisierung und Migration sorgen dafür, dass diese ziemlich bunt geworden ist. Mit allen Herausforderungen, die dazu gehören.
Deniz Undav und all die anderen zu feiern und gleichzeitig über Migrant*innen schimpfen, die uns unsere Identität rauben und „unser“ Land an die Wand fahren, das passt so gar nicht zusammen.
Und ist auch schlicht falsch.
Denn genauso wie unsere National
genauso würden auch unsere Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime oder unsere Gastronomie kollabieren. Ja, mit der Realität gewordenen Buntheit unserer Gesellschaft gehen viele Chancen einher. Wir brauchen einander.
Dass es auch Probleme gibt und natürlich auch Migrant*innen, die Schwierigkeiten haben, sich hier zu integrieren oder mit den geltenden Gesetzen in Konflikt geraten, bestreite ich nicht. Aber so ist das eben.
Es gehört immer beides dazu. Licht und Schatten, Gaben und Aufgaben, Chancen und Probleme.
„Nicht nur die Rosinen rauspicken…“ hat früher meine Oma gerne zu mir gesagt. „Den ganzen Hefezopf… !“ Zum Schluss, was ich mir wünsche: Dass dem DFB-Team um Kapitän Joshua Kimmich aus Bösingen bei Rottweil noch so manches fußballerische Sahnestückchen gelingt und sich, ausgelöst durch die Fußball-Euphorie in unserem Land, eine positivere Stimmung breit macht, auch gegenüber den Menschen, die ganz woanders ihre Wurzeln haben.
Ihr Pfarrer Peter Brändle
Unsere handverlesenen
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